Michel & Moritz Neumeier

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00:00:04: Herzlich willkommen zu Michelle & Friends aus dem Zentralkomitee.

00:00:04: Heute mit

00:00:06: Moritz

00:00:07: Neumeier.

00:00:12: Willkommen, liebes Matinee-Publikum am Sonntag hier.

00:00:17: Wir haben heute, das ist Ausnahme, dass wir um elf starten.

00:00:20: Ich weiß, dass ganz viele... gestern Nacht noch feiern waren und deswegen noch ein bisschen verschlafen sind, aber das ist ja auch der Grund.

00:00:27: Wir wollen ja alle aus der Komfortzone ein bisschen herausholen und da gehört es auch ab und zu mal dazu zu irritieren und anstatt um zwölf um elf anzufangen.

00:00:35: Ich habe einige gesehen, die dann schnell reingelaufen sind, weil sie das nicht wussten.

00:00:38: Das soll eine Ausnahme bleiben, das liegt daran, dass unser heutiger Gast bei uns immer an Weihnachten Seine Tryouts spielt, also das heißt er benutzt euch als Versuchskandinchen und guckt ob die Gags funktionieren oder nicht funktionieren und wie das so angenommen wird.

00:00:52: und der spielt ganz schön viel.

00:00:54: Also der hat vor gestern eine Show gespielt, gestern hat er zwei gespielt und heute spielt er drei.

00:00:58: So, ja, das ist für alle ausverkauft.

00:01:01: Das zeigt, dass der Mann weiß, was er macht und das Publikum ihn liebt.

00:01:05: Er ist sowieso relativ häufig bei uns zu Gast und dann haben wir gesagt, wir nehmen ihn als Martinee-Gast heute.

00:01:11: Wir kündigen die Gäste ja nicht an, weil ich nicht will, dass ihr das Gast des Wegen kommt oder meinetwegen, sondern euretwegen kommt, weil das ist eine Veranstaltung, wo wir uns austauschen möchten miteinander, wo Gleichgesinnte sich finden sollen, wo wir Menschen haben wollen, die keine Menschenfeinde sind, Demokratiefeinde sind, die sich nicht gegenseitig hassen.

00:01:31: Das ist das Ziel und deswegen sagen wir das nicht vorher, damit nicht irgendwie so Phantom aufkommt und Leute warten bis irgendwie ein Gast kommt, den sie mögen, sondern kommen, weil wir uns solidarisieren möchten.

00:01:43: Das müssen wir ganz dringend machen.

00:01:45: Ich weiß nicht, wer... Wir nutzen diesen, also für die, die das nicht wissen, mein Name ist Michel Abdulay und mir gehört dieses Theater.

00:01:59: Und ich habe diesen Raum übernommen, um ihn auch zu nutzen für Menschen, die sich engagieren möchten.

00:02:04: Am Anfang... Vor drei oder vier Jahren, als wir das übernommen haben, war Engagement noch.

00:02:09: Ich dachte, es kommt irgendwie ein Chor, der singt ein bisschen hier und die haben irgendwie keine Probebühne.

00:02:13: und das ist doch gut, irgendwie so Leute zu unterstützen, die mal irgendwie in einem Theater üben möchten oder irgendwie mal ein Kinderteater aufführen wollen, weil die das cool finden.

00:02:20: Ja, heute nutzen wir den Raum, um unsere Demokratie zu erhalten.

00:02:24: Das hat sich ein bisschen verändert zu dem, was ich mal vorhatte.

00:02:29: Was ein bisschen schade ist, weil ich lieber den Chor wieder da hätte und das Kinderteater, die einfach schöne Sachen machen und sich wohlfühlen in der Gesellschaft, aber wir benutzen diesen Raum jetzt viel dafür, dass Menschen, die aktivistisch unterwegs sind und aktivistisch hat in Deutschland ja immer so ein kleines Geschmäckle, das mögen die Deutschen ja nicht so gerne, weil das dann so ist ab.

00:02:47: dann sehen wir, dass böse es schlimm ist.

00:02:49: Deswegen sage ich eine Demokratie-Erhaltung.

00:02:51: Wir nutzen den auch für die Prüfveranstaltung von Nico Semschott, der hier versucht zu solidarisieren und Menschen zu sagen, wir können doch auf die Straße gehen und zumindest fordern, dass man prüft, ob die Parteien da draußen sich an das Grundgesetz halten.

00:03:08: Das machen wir mit allen und lassen uns doch im Alphabet bei A beginnen.

00:03:12: Mit der AfD starten und gucken, was wir sind.

00:03:14: Wenn wir eine ganz großartige Sache.

00:03:16: Nico sammelt dann für uns Spenden.

00:03:18: Moritz sammelt heute Spenden für Seenotrettung.

00:03:22: Also wir nutzen den Raum für vielfältige Dinge.

00:03:24: Wenn ihr Ideen habt oder Sachen machen möchtet, dann sagt uns bitte gerne Bescheid.

00:03:28: Das soll dafür da sein.

00:03:30: Deswegen nutzen wir den Raum auch.

00:03:32: Tagsüber, weil es sehr schade wäre, wenn irgendwie nur Shows von zwanzig bis um zwanzigund dreißig hier stattfinden können und da raum sonst zwanzig Stunden hier leer ist am Tag.

00:03:41: Also wir stehen dafür offen und ich freue mich, dass wir trotz Nichtankündigung des Gastes es geschafft haben, unsere Martinee jetzt zum dritten Mal ausverkauft zu bekommen.

00:03:50: Das bedeutet mir sehr viel, dass ihr kommt, dass viele anders belächelt und gesagt, die Hamburger mal gucken, ob das funktioniert.

00:03:57: Ja, auch am wievielten Bei Nebel kommen die Menschen um elf Uhr morgens ins Theater, weil sie gemerkt haben, wir müssen jetzt aufwachen gemeinsam, ansonsten wird das immer schwerer.

00:04:10: So, das einmal zu meiner Vorrede, mein heutiger Gast.

00:04:12: Mots Neumann ist ein alter Freund von mir.

00:04:14: Ich kenne ihn schon wirklich sehr, sehr lang.

00:04:17: Ich sage es immer, ich weiß nicht, ob es stimmt.

00:04:19: Vielleicht gibt es andere Leute, die sagen, ich bin es, aber ich bin wahrscheinlich sein größter Fan auf der Welt, weil ich das weiß er selber.

00:04:26: Ich habe zu all den Künstlern, die ich auf der Bühne kennengelernt habe, mit denen ich aufgetreten bin, ein ganz besonderes Verhältnis.

00:04:32: Das macht was mit einem, wenn man viele, viele Jahre lang Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne sieht, wie sie ganz klein anfangen und dann riesengroß werden.

00:04:40: Aber bei Mots ist es irgendwie was anderes.

00:04:42: immer sehr viel.

00:04:43: Das ist für mich was anderes.

00:04:45: Das geht direkt in mein Herz hinein.

00:04:48: Und er hat gesagt, natürlich komme ich heute.

00:04:49: Ich bin ja sowieso zwei Stunden später wieder her.

00:04:51: Also komme ich die anderen zwei Stunden vor.

00:04:54: Er ist ein vielfältiger Mensch.

00:04:56: Er ist ein unfassbar engagierter Mensch.

00:04:59: Er ist ein sehr generöser Mensch.

00:05:01: Er sammelt so viel.

00:05:02: Er gibt so viel.

00:05:04: Er muss so viel einstecken.

00:05:06: Es ist schwierig heute.

00:05:08: Man ist eigentlich in einer permanenten Gefahr.

00:05:11: Er stellt sich hin, er macht und sagt, was er denkt und er kriegt das Haus immer wieder voll.

00:05:16: Wir müssen nur sagen Mo und dann ist schon voll.

00:05:20: Deswegen sagen wir jetzt herzlich willkommen mit einem großen Beifall.

00:05:23: Hier kommt mein Schätzchen Moritz nochmal.

00:05:25: Schön, dass du da bist.

00:05:40: Musst du mich an diesem vierten Advent hier ein bisschen zeigen und gucken, dass wir deine Veranstaltung danach rechtzeitig beginnen.

00:05:47: Wie ist es denn die ganze Zeit, so kurz vor Weihnachten zu spielen und so ein neues Programm?

00:05:51: Wie läuft es denn?

00:05:52: Sagen wir mal so.

00:05:53: Geht.

00:05:54: Geht.

00:05:55: Also bin ich ganz ehrlich.

00:05:56: Ich versuch das diesmal ehrlicher zu machen.

00:05:58: Zwei der Hälfte.

00:05:58: Super.

00:05:59: Erste.

00:06:00: Gucken wir nochmal.

00:06:02: Ich habe heute Morgen gemerkt, ich glaube meine Ansprache ist ganz falsch.

00:06:04: Ich spiele jetzt sechsmal das Ganze.

00:06:07: Und am ersten Mal habe ich gedacht, wenn ich nicht auf der Bühne heulen zusammenbreche, dann war das ein richtig geiler Abend.

00:06:14: Und dann habe ich nur ein ganz bisschen geweint und deswegen war es gut.

00:06:18: Und dann habe ich jetzt jeden Tag das immer wieder umgestellt.

00:06:20: und heute morgen habe ich gedacht, ich werde Postbote, ich kann es einfach auch lassen.

00:06:23: Und dann trage ich Briefe aus und dann kam so ein Mann zu mir im Hotel und meinte, was du da machst, das bedeutet mir ganz viel.

00:06:31: Und dann habe ich gedacht, vielleicht muss ich das alles gar nicht so ernst nehmen.

00:06:35: Leute gucken das ja anscheinend trotzdem einfach.

00:06:38: Das ist ja nur mein eigener Anspruch.

00:06:40: So seit ich hier bin, ist mein Gedanke, oh nein, war das jetzt gut

00:06:44: genug, dass

00:06:45: die Leute mich mögen.

00:06:46: und dann muss ich mir immer wieder sagen, ihr seid mir gar nicht so wichtig eigentlich.

00:06:52: Das stimmt.

00:06:53: Aber du hast das auch.

00:06:54: Wir haben noch nie darüber... Es wurde noch nie... Das ist das erste Mal, dass auf der Bühne darüber so gesprochen wird.

00:07:00: Also du willst auch von den Leuten eigentlich gemocht werden, bis dir einfällt.

00:07:03: Es ist mir scheiße, ich kenne dir überhaupt gar nicht.

00:07:05: Nee,

00:07:05: das ist ja nur das, was ich... Da tue ich so.

00:07:07: Also ja, meine Hoffnung ist, ich weiß nicht, wie die Person in der ersten Reihe heißt, aber wenn sie nicht den besten Tag ihres Lebens gerade hat, dann habe ich meinen Job verfehlt und bin menschlich unwährt.

00:07:17: Das ist mein Gefühl.

00:07:18: Das ist mein Gefühl.

00:07:20: Das ist mein Gefühl, deswegen mach ich das.

00:07:21: Leute, hätte ich ein gesundes Selbstwertgefühl, würde ich nicht hier sitzen.

00:07:24: Also dann müsste ich ja nicht jetzt gucken, ob ihr mich vielleicht mögt.

00:07:28: Da werde ich bei meinen Kindern zu Hause, die müssen mich mögen.

00:07:33: So, damit ich davon abgrenzen kann, kann ich denken, ja, das ist mir doch egal, stimmt überhaupt nicht.

00:07:38: Ich will einfach nur, dass sie mich toll findet.

00:07:40: Du musst bitte in die... Ich habe vor vielen Jahren von meiner lieben Kollegin Barbara Schöneberger beigebracht bekommen, weil sie hat Barbara Schöneberg moderiert, ähnlich wie ich, alles.

00:07:50: Also völlig egal, was es ist.

00:07:53: Ja.

00:07:53: Also beide sind da... So ein Konzept einfach.

00:07:56: Wir moderieren einfach

00:07:57: alles

00:07:58: weg.

00:07:58: Es spielt gar keine Rolle, was es ist.

00:08:00: Ich habe einmal einen Auftrag für ein Rüstungsunternehmen abgelehnt.

00:08:03: Was ich

00:08:04: beruere heute, weil... Heute wäre es wichtiger denn hier gewesen, meinen demokratischen Beitrag um den Russen aufzuhalten.

00:08:11: Deswegen, vielleicht rufe ich die noch mal an und sage, ich komme umsonst.

00:08:15: So, ich gebe euch diesmal was.

00:08:17: Und sie hat mir gesagt, Michelle, ich bin Dienstleister.

00:08:20: Ja.

00:08:20: Ich gehe als Dienstleister auf die Bühne und das war's.

00:08:23: Und manchmal habe ich einfach einen schlechten Dienst geleistet, aber ich will gar nicht, dass mich irgendjemand mag.

00:08:27: Ja, das kann ich nicht ertragen.

00:08:28: Nee, dafür bist du dann doch anders.

00:08:30: Ja, mein Dienst ist, dass Leute mich mögen.

00:08:35: Was hat... Du machst ja ein neues Programm.

00:08:39: Jedes

00:08:39: Jahr.

00:08:39: Das heißt

00:08:40: ja Try Out dann.

00:08:40: Also ich probiere aus.

00:08:42: Und man überlegt sich ja vor Sachen, wie man gut finde.

00:08:45: Nein.

00:08:47: Das ist die ganze... Das ist die hundische zwischen Dienstleistern.

00:08:49: Die überlegen sich zumindest so, ah, okay, acht Uhr.

00:08:52: Das ist

00:08:52: ein ganz großes Problem auch, merke ich gerade.

00:08:55: Also machst du es spontan?

00:08:56: Nein, nein, also so.

00:08:57: Ich bin jeden Monat hier bei dir im Haus.

00:09:00: Und darf dann hier.

00:09:00: quasi einmal im Monat spiele ich die ganzen Arme lang, ohne dass ich irgendwas vorbereite.

00:09:04: Ich gehe da hoch, dann ist irgendwann zum Glück Pause.

00:09:09: Es ist so anstrengend, da hochzugehen und ab dem ersten Satz nicht zu wissen, was man macht.

00:09:13: Das ist ja verrückt.

00:09:15: Und dann mache ich das in forty-fünf Minuten und dann mache ich Pause und dann atme ich in die Tüte und dann mache ich das nochmal in forty-fünf Minuten.

00:09:22: Und in diesen neunzig Minuten gibt es ab und zu so eine Idee, wo ich denke, ich glaube, das war gar nicht so dumm.

00:09:27: Die schreibe ich mir dann auf für kurz vor Weihnachten und dann baue ich daraus ein Programm.

00:09:31: Und jedes Jahr im September denke ich, oder, ich fang jetzt schon an zu schreiben, und dann merke ich, ah nein, ich bin ja von Montag bis Freitag alleine mit drei Kindern zu Hause, dann mache ich das wohl nicht.

00:09:42: Und dann wird es wohl genial werden müssen bei den Tryouts.

00:09:46: Im Vergleich zum letzten Jahr, wo siehst du dich jetzt in Prozent?

00:09:50: Das

00:09:50: möchte ich mir gar nicht so ankommen.

00:09:53: Ich glaube

00:09:54: im Vergleich zum letzten Jahr, doch letztes Jahr war deutlich besser auch.

00:09:59: Aber es war einfacher auch,

00:10:00: muss ich sagen.

00:10:00: Warum?

00:10:01: Weil letztes Jahr war mein Ziel, ich habe immer so ein Thema für so ein Programm, wo ich denke, das ist gerade mein großes Thema, da beschäftige ich mich sowieso mit und dann will ich auch einfach darüber viel machen.

00:10:10: So, das war im letzten Jahr war das der aufsteigende Faschismus und was man meiner Meinung nach humoristisch dagegen tun könnte.

00:10:17: Und das war... Das war jetzt nicht so schwer, ne?

00:10:20: Also da bist du viel gegen Nazis, die solltest du sowieso auch gegen Nazis, dann sagst du ein bisschen, Björn Höcke, musst du ja wirklich so viel atmen und dann ist das ein bisschen doll.

00:10:30: So, aber dann hast du, selbst erst soll die sich denken, witzig erst mal.

00:10:35: Und das mit der Wandfolge, den ranstellen, Brüller.

00:10:39: Das kannst du dann spielen, dass du sagst, das ist natürlich Quatsch, aber wir haben schon alle Angst davor und dann hat die AfD das gemacht.

00:10:47: Dann kannst du das in den Dreck ziehen, was die gesagt haben.

00:10:50: Und dann ist es sehr viel einfacher, als wenn du den Thema suchst, wo du denkst, das ist für mich persönlich schon anstrengend.

00:10:56: Und darüber jetzt noch Witze zu machen, ist noch anstrengender.

00:10:59: Und diesmal ist das Thema Patriarchat und meine Männlichkeit gar nicht so witzig, wie ich dachte.

00:11:04: Mich auch ganz ehrlich.

00:11:05: Patriarchat und deine Männlichkeit.

00:11:09: Aha.

00:11:10: Erzähl mal.

00:11:11: Genau, das war

00:11:11: mein Gedanke.

00:11:12: Aha.

00:11:13: Und da muss ich mich ändern.

00:11:14: Spannend.

00:11:16: Was willst du?

00:11:17: Wohin geht die Reihe?

00:11:19: Was passiert in dem Programm?

00:11:20: Vielleicht soll ich mal angucken, was wir hier reinbuchen in diese Veranstaltung.

00:11:23: Ja, ja, ja.

00:11:26: Hatte ich ja auch deine Männlichkeit.

00:11:28: Erzähl

00:11:28: mal.

00:11:30: Ich habe vor drei Jahren durch meine Frau gemerkt bekommen, dass es wohl gut wäre, wenn ich da was ändere.

00:11:40: Was denn?

00:11:41: Viel,

00:11:41: sagen wir mal.

00:11:42: Erstmal viel.

00:11:43: Top drei, der Sachen, die du...

00:11:45: Also top drei, ich glaube top drei, also top drei weiß ich ja selber.

00:11:48: Also meine Frau hat irgendwann gesagt, sag mal so funktioniert das nicht.

00:11:51: Also du bist ja in der Beziehung immer so auf Augenhöhe und dann irgendwann hat meine Frau so so ein Entwicklungsschritt gemacht und das ist ja für die Beziehung die Hölle, weil auf einmal gucken Sie sich halt, da kurscht ja niemand mehr an und dann hab ich dann, hieß es, ey, ich liebe dich, bleib gerne bei mir, aber bleib auch dann gerne da bei mir.

00:12:07: Und da habe ich gedacht, ach so, ok, dann gucke ich mir das mal an.

00:12:10: Was ist denn dieses Patriarchat?

00:12:12: Was ist denn meine Männlichkeit?

00:12:13: Und abgemerkt.

00:12:17: Und jetzt, ich glaube, die Toptreide, die ich ändern will, ist, ich habe überhaupt keinen Zugang zu meinen Gefühlen.

00:12:23: Das muss ich lernen.

00:12:25: Ich versuche, achtzig Prozent der Zeit nicht ich selbst zu sein, sondern so ein Bild von einem Mann zu sein, bei dem mir gesagt wurde, so ist man und dann ist man männlich, was gar nicht mein Bild ist.

00:12:33: Das heißt, ich versuche, achtzig Prozent das zu sein, was von mir erwartet wird und hat nur so zwanzig Prozent Platz, das zu füllen mit dem, wie ich eigentlich sein will.

00:12:40: Dafür muss ich ja erst mal diese achtzig Prozent erst mal merken, was ist das und wie kann ich das ablegen?

00:12:44: Und dann ist das dritte, was ich machen möchte, ist, dass ich Menschen kennenlerne, die das auch versuchen, damit wir beide zusammen weniger damit fremdeln können, nicht mehr so komisch zu sein, wie wir sind.

00:12:57: Hast du jemanden gefunden?

00:12:58: Nein.

00:12:59: Ich bin da noch da.

00:13:00: Ja, ich habe welche gefunden.

00:13:01: Tatsächlich.

00:13:01: Ich habe noch

00:13:02: eine gefunden.

00:13:03: Ich habe dich gar nicht so wahrgenommen, dass du achtzig Prozent versuchst, ein Mann zu sein.

00:13:09: Weil

00:13:09: ich sehr gut darin bin, so zu tun, als würde ich das nicht versuchen.

00:13:14: Ich habe dich gar nicht achtzig Prozent als männlich empfunden, muss ich sagen.

00:13:20: Für mich bist du Admore, so viel du halt so bist, weil ich das gut finde.

00:13:23: Was soll das sein?

00:13:24: Ja, das dachte ich nämlich auch immer.

00:13:25: Aber dann habe ich angefangen zu gucken, ja, aber wie verhalte ich mich denn und warum verhalte ich mich so und warum, wie würde ich mich eigentlich gerne verhalten?

00:13:32: Weißt du, wenn jemand jetzt irgendwie, wenn ich jemanden sehe, wenn ich einen anderen männlichen Menschen treffe, dann bin ich ja nicht, dann gehe ich ja nicht hin und um Armin und sage, oh, es ist so schön, dich zu sehen.

00:13:42: Ich hoffe, es geht dir gut.

00:13:43: Ich habe gerade keine so gute Phase, aber ich freu mich total, dass du bei mir bist.

00:13:46: Das ist so eine Form von Nähe, die ich gut ertragen kann.

00:13:49: Das ist mal ja nicht sacht, was, denn kommt ihr mal nicht sachten?

00:13:51: Hey, na?

00:13:51: Boah, ne?

00:13:52: Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh,

00:14:07: oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh,

00:14:17: oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh.

00:14:24: So, ich weiß bei dir z.B.

00:14:26: so was wie wenn sich Männer berühren, das ist ja gar nicht beängstigend für dich.

00:14:32: Nein, wir sind sehr dicht aneinander, das ist ganz normal.

00:14:36: Ja, mir ist das irgendwann nicht so stimmt.

00:14:38: Du kennst ja meine Kollegen, die vorne sind.

00:14:41: Das wäre nur sehr unhöflich, wenn man nicht sehr nah bei jemandem ist.

00:14:45: Dann fragt die Person, was ist denn?

00:14:47: Das ist interessant, weil man geht ja eigentlich von meinem Kulturkreis aus, dass die Leute unfassbar männlich sind und breitbeinig irgendwo sitzen und dann die Frau in der Gegend rumdiktieren.

00:14:56: Das ist faktisch einfach nicht so.

00:14:59: Das scheint ja irgendwo anders.

00:15:00: Vielleicht ist das der Gedanke des weißen Mannes, was er auf uns projiziert.

00:15:04: Ich lerne auch jetzt gerade hier was dazu.

00:15:10: Es gibt, glaube ich, ja, was dieses Verpöne ist, ist, dass dieses Leute aus, wie du das nennst, Kulturkreis, aus deinem Kulturkreis, dass die dann auch viel, das gibt ja auch mehr machohaftes.

00:15:18: Ja,

00:15:19: ja, ja.

00:15:19: Und das gibt es bei deutschen, also bei so weiß-deutschen Leuten wie mir, das gibt es auch, aber... Wenig.

00:15:25: Nee, aber viel versteckter, es ist viel doller, es ist genauso dominant, es ist genauso frauenverachtend, es ist genauso angstbehaftet und nonstop wütend sein, aber nicht so... Sondern so... Das Ergebnis ist das Gleiche.

00:15:40: Nicht aus dem Dreier BMW raus, sondern eher aus dem Vier Panda.

00:15:43: Aber mit der gleichen...

00:15:45: Ja,

00:15:45: tatsächlich, jetzt wo du das sagst, fängt mir das auf.

00:15:48: Alfa Romeo.

00:15:49: Oder so ein VW Passat.

00:15:50: Ja, oh, die sind sehr aggressiv.

00:15:53: VW Passat und Radfahrer.

00:15:55: VW Passat, Leute, liegt ja aggressiv.

00:15:56: Die beiden, das ist auch... Stimmt, das kann doch im Gewand des Radfahrers daherkommen.

00:16:00: Oh,

00:16:00: schlimm, diese Radnazis, das ist auch noch richtig ein Ding.

00:16:03: Weil das ist, darum wir noch dazu mit, ich fahre ja schon Fahrrad.

00:16:07: Im Grunde genommen macht mich das ja schon links.

00:16:10: Und dann habe ich letztens, meine Frau, nicht angebrüllt, sondern nur durch die Zähne gesprochen, Feminist.

00:16:16: Eigentlich.

00:16:22: Wie änderst du das jetzt?

00:16:25: Sag

00:16:25: mal eine Sache, wo du sagst, da bin ich stolz drauf, das habe ich jetzt geschafft, es zu verändern.

00:16:31: Ich schaffe es immer besser... Zu merken, wenn ich wütend bin, dass ich eigentlich gar nicht wütend bin, sondern dass ich damit nur eine Emotion fettecke, die ich mich nicht draußen empfinden.

00:16:41: Also, wenn ich einsam bin, bin ich wütend.

00:16:43: Wenn ich traurig bin, bin ich wütend.

00:16:44: Wenn ich überfordert bin, bin ich wütend.

00:16:46: Wenn ich wütend bin, bin ich wütend.

00:16:49: Und das ist so meine Messlatte, die vorher war so, ja, es kann so okay sein oder es ist nicht okay.

00:16:54: Und das sind ja, es gibt ja mehr als die zwei Gefühle, habe ich irgendwann gemerkt.

00:16:58: Das kann ich jetzt besser.

00:17:00: Und ich kann besser meiner Frau mitteilen.

00:17:01: Ich glaube, ich brauche Nähe.

00:17:05: Und wir sind trotzdem angezogen.

00:17:08: Oh, wie süß.

00:17:09: Ja.

00:17:09: Und das ist ein richtig großer Schritt.

00:17:11: Ich dachte, du warst immer schon so.

00:17:14: Ich hab viel so getan.

00:17:19: Weil ich weiß ja schon seit langem, dass man eigentlich so, dass ich gerne so wäre.

00:17:23: Und da hab ich gedacht, na ja, dann tue ja was so, als wäre ich so.

00:17:26: Und dann bin ich ja so.

00:17:27: Und das stimmt ja gar nicht.

00:17:28: Nur wenn ich es... Nur weil ich so tue, als wäre ich Homeo, lebe ich ja nicht in der Zeit, sondern heute.

00:17:35: Ich werde trotzdem noch ein Schauspieler dann.

00:17:37: Das ist gut, dass du das sagst.

00:17:38: Ich glaube, dass alleine das hilft vielen schon.

00:17:41: Also, allein das darüber zu reden, macht schon mit vielen was.

00:17:44: Vielleicht mache ich das heute Abend im Programm, ja.

00:17:46: So, auf die Schiene.

00:17:48: Ja.

00:17:48: Ja, so ein ganz, so eine super Nach-, ich kann dir mal ein Rollkragen-Pullover dafür geben.

00:17:52: So eine ganz nachdenkliche Nummer.

00:17:54: Ja,

00:17:55: mit so einer randlosen

00:17:56: Mondbrille.

00:17:56: Ja, ja.

00:17:58: Ja, wir können zwischendurch auch so ganz leichte, weiß ich nicht, Musik, so, weißt du so?

00:18:02: Ja,

00:18:03: ich lese auch Gedichte über

00:18:04: Männlichkeit.

00:18:05: Ja, du hast Gedichte über Männlichkeit.

00:18:06: Mein

00:18:06: Freund, der Penis und dann...

00:18:10: Ja, ich bin gespannt.

00:18:12: Vielleicht bleibe ich dann doch zum zweiten Teil der ganzen Geschichte hier.

00:18:15: Wie feiert Familie Neumeier Weihnachten?

00:18:18: Ganz alleine.

00:18:19: Ganz

00:18:19: alleine.

00:18:19: Also am vierzwanzigsten ganz alleine.

00:18:22: Nur meine Frau, meine ich, die drei Kinder.

00:18:24: Das machen wir dann irgendwann rum.

00:18:26: Am ersten Weihnachtsfeiertag treffen wir uns mit einem befreundeten Pärchen.

00:18:30: Dann machen wir das.

00:18:30: Dann machen wir ein Tag Pause von allem.

00:18:32: Und dann kommt der Rest der Familie.

00:18:34: Also dann fahren wir zu meinen Eltern, dann fahren wir zu ihren Eltern.

00:18:36: Kommt der Weihnachtsmann?

00:18:39: Es gibt so ein paar Sachen, die ziehe ich eisern durch.

00:18:42: Weihnachtsmann nicht.

00:18:43: Weihnachtsmann habe ich irgendwie gedacht, die Kinder checken das ja schon.

00:18:46: Die haben dann irgendwie die checken, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt.

00:18:49: Sag ich ja nicht.

00:18:50: Oh!

00:18:51: Sondern dann ist es wohl so.

00:18:53: Es ist das Einzige, was ich durchziehe bis heute, wo ich behaupte, obwohl auch bei meinem zwölf Jahre alten Kind, das ist die Zahnfee.

00:19:00: Die gibt's.

00:19:02: Ich weiß nicht warum, aber ich bin eiser.

00:19:04: Und die versuchen seit Jahren auch so zu sagen, dass er Quatsch und ich sage, das ist kein Quatsch.

00:19:09: Die kommt und dann nimmt sie die den ersten Zahn weg und dafür kriegst du was.

00:19:12: Alles andere ist Quatsch.

00:19:13: Osterhase, ja, hast recht, das bin ich.

00:19:15: Weihnachtsmann, also auch alles ich.

00:19:17: Aber die Zahnfee ist ein Ding.

00:19:18: Was gibt's zu essen?

00:19:21: Wir sind befreundet mit so Schäferinnen und deswegen kriegen wir immer so eine Lammkeule von denen.

00:19:29: Ja, siehst du, ich hab's auch geschafft im Leben.

00:19:32: Die Lammkeule ist bei Lidl im Angebot.

00:19:34: Ja,

00:19:36: aber wir sind doch so gut Menschen.

00:19:38: Wir essen doch nur noch ganz besonderes Fleisch.

00:19:40: Ja, bei Lidl steht

00:19:41: drauf was es ist.

00:19:41: Wie weiß es mittlerweile?

00:19:43: Ja, aber ich hab das Tier gekämmt vorher.

00:19:45: So.

00:19:48: Das

00:19:48: ist wirklich so.

00:19:49: Sie stehen bei uns auf der Wiese und dann kommen sie quasi ins Haus.

00:19:52: Ach, wie süß.

00:19:53: Sie stehen

00:19:55: vor was... Ja, das ist aber eigentlich anders, nur dass ihr neben der Wiese nicht wohnt und das noch dafür zu Lidl müsst.

00:20:02: Böllerst du an Silvester?

00:20:03: Nee.

00:20:04: Meine Kinder hassen mich dafür.

00:20:06: Nee, mach ich nicht.

00:20:07: Dürfen die denn was machen?

00:20:09: Nee.

00:20:09: Wunderke.

00:20:10: Nee.

00:20:11: Wo es keinen auch Knallerbsen erlaubt?

00:20:15: Doch Knallerbsen, das können die sich ja selber vom Taschengeld besorgen.

00:20:20: Das ist anscheinend einfach frei zugänglich.

00:20:22: Und dann so Tisch-Fireback und so'n Krams.

00:20:24: Und wir sind dann natürlich bei uns im Dorf um zwölf und alle ballern.

00:20:27: Und dann, die sind ja auch nicht dumm, ne?

00:20:28: Die gehen dann ja auch rum mit ihrem Rundeblick und sagen, darf ich auch ne Rakete?

00:20:33: Und weil alle im Dorf wissen, ah, gut, der linke Spinner lässt die wieder nicht knallen.

00:20:36: Ich kaufe die für die schon mit und geben den erst dann.

00:20:41: So kommen wir alle auf unsere Kosten.

00:20:43: Ich hab ein reines Gewissen und die haben da so ein Feuerteufel eingetündet.

00:20:47: Neujahrsvorsätze.

00:20:50: Ne, jetzt was mache ich nicht.

00:20:52: Also, wenn ich irgendwas, was ich im Dezember nicht geändert habe, werde ich ja im Januar auch nicht ändern, nur weil da irgendwie eine neue Zahl dahinter steht.

00:21:00: Die größte Lüge von allen.

00:21:01: Jetzt mache ich Sport.

00:21:02: Nein, machst du nicht.

00:21:03: Wirst du nicht machen.

00:21:04: Spar das Geld.

00:21:05: Spende das Gaskuship.

00:21:06: Du wirst nicht Klimmzüge machen.

00:21:08: Ja,

00:21:08: das stimmt.

00:21:08: Bitte lassen Sie das.

00:21:09: Das nervt die Menschen, die im Fitnessstudio Sport machen, nerven diese Leute, die super viel Geld für ihre Kleidung ausgegeben haben.

00:21:17: Alle Leute, die

00:21:18: ernsthaft trainieren, Sie kommen ja erst im Februar wieder.

00:21:21: Ja, März mittlerweile.

00:21:22: Das ist wirklich, lassen Sie.

00:21:23: Gibt es irgendjemanden, der sich das zum Vorsatz gemacht hat, dieses Jahr Fitnessstudio-Abo?

00:21:28: Du wirst auch nicht aufhören zu rauchen.

00:21:30: Du wirst einfach zwei Wochen deine Familie anbrüllen und dann wieder anfangen.

00:21:33: Das ist das, was passieren wird.

00:21:34: Ja, so ist das.

00:21:35: Macht das nicht.

00:21:36: Apropos anbrüllen... Mein geschätzter Kollege Lars Meier ist da, deswegen sage ich Ahoj, auch unsere Zuhörer in draußen an den Empfangsgeräten, die uns jetzt zugeschaltet sind in dieser besinnlichen Weihnachtszeit.

00:21:48: Ich sehe, Lars hat wieder Franzbrötchen.

00:21:52: Lars experimentiert, ich muss einmal dazu erklären, also Lars und ich machen das hier in Kooperation, Zentralkomitee mit Ahoj Radio und Mensch Hamburg.

00:22:01: Und Lars hat beim ersten Mal Franz Brötchen gekauft, von seinem eigenen Geld und das verteilt und wurde gedisst.

00:22:07: Es gab Menschen, die einfach gesagt haben, bad, das sind keine guten Koffer mal woanders.

00:22:11: So sind Hamburger.

00:22:14: Ja, wirklich.

00:22:15: Und dann hat er beim nächsten Mal, ist er irgendwo hingefahren, angeblich die beste Franzbrötchen-Konitorei der Stadt.

00:22:22: Hat dort Franzbrötchen gekauft, hat die auch verteilt, die haben auch wieder einigen nicht geschmeckt.

00:22:26: Dann hat er experimentiert und hat bei Baklava auf der anderen Seite mal so orientalisches Zeug gekauft.

00:22:31: Das ist irgendwie, da war auch unsicher, was ist.

00:22:35: Aber er gibt nicht auf.

00:22:36: Also er versucht das immer wieder.

00:22:37: Und ich finde das ganz toll, dass du das machst, Lars.

00:22:47: Ganz ehrlich, wer macht das?

00:22:49: Wer geht los und kauft für irgendwie hundert Leute beim Bäcker am Sonntag vom eigenen Geld, Franz Brüchen und Verteilte und die Leute und muss sich noch jedes Mal noch eine Wartchen abholen?

00:23:01: Heute nicht.

00:23:02: Ja, aber jetzt sind sie still jetzt auch hier.

00:23:04: Wissen Sie, was passiert hier?

00:23:05: Aber wie frech auch von den Leuten, da giste so eine Fransbrötchen geschenkt, bei uns da rein und sagst, nee, das gefällt mir nicht.

00:23:11: Dann hätten Sie auch bessere kaufen können.

00:23:12: Das scheint irgendwie so ein Ding zu sein.

00:23:15: Ich mag diesen Fransbrötchen-Warn in Hamburg auch nicht.

00:23:17: Dass es auch so diesen Fransbrötchen-Likör und so gibt.

00:23:20: Der super schmeckt, aber ich finde das ganz bedenklich.

00:23:24: Früher war ich großer Fan von Lokalkolorit.

00:23:27: Je mehr ich die Rechte im Vormarsch sehe, Umso weniger bin ich Fan von jeder Form von Colorit.

00:23:35: Ja, ich verstehe was du

00:23:36: meinst.

00:23:36: Weißt du was ich meine?

00:23:37: Wir haben jetzt einen Wappen, wir haben ja einen Slogan bekommen.

00:23:40: Hamburg war das einzige Bundesland in Deutschland, das keinen Slogan hatte.

00:23:44: Sie kennen die Slogans.

00:23:45: MV tut gut, tut es nicht.

00:23:48: Niedersachsen klar, irgendwie so ein Blödsinn.

00:23:50: oder irgendwie weiß ich nicht, Paderborn total normal oder irgendwie so ein Quatsch.

00:23:53: Ja, Schleswig-Holstein ist der echte Norden.

00:23:55: Der

00:23:55: echte Norden so.

00:23:56: Äh, und jetzt hat er...

00:23:57: Das ist so fortstolz!

00:23:58: Ja,

00:23:59: genau.

00:23:59: So fortstolz!

00:24:00: Und ich, alsche, wie ich Holstein da muss sagen, ich

00:24:01: bin absolut bei dir.

00:24:02: So, so.

00:24:04: Der echt... Diese ganzen Scheiß-Rostocker, wir Norddeutschen,

00:24:07: halt deinen Mauern.

00:24:08: Ja.

00:24:10: Das scheint

00:24:11: ja wirklich fast mit den Leuten zu machen.

00:24:12: Ja, natürlich.

00:24:13: Aber das sind Landleute, liebe Hamburg-Rennen, vergessen Sie das nicht.

00:24:17: Das sind so Leute, die vom Land kommen.

00:24:18: Ja.

00:24:19: Und die sind anders.

00:24:20: Ja.

00:24:20: So, das macht nichts.

00:24:21: Das ist so.

00:24:21: Wir als Weltbürger, als Großstädter, als Mensch mit einem Flughafen, mit asphaltierten Streifen, mit... Nein.

00:24:27: Zugang zu Bildung, mit guten Franzbrötchen.

00:24:31: Wir brauchten sowas nicht, bis der Bürgermeister entschied.

00:24:33: Wir machen jetzt, und das finde ich richtig geil.

00:24:35: Und was

00:24:35: ist das, Logan?

00:24:35: Ja, warte mal, man hätte ja sich was richtig Geiles überlegen können.

00:24:39: Mit Bezug, mit Interesse.

00:24:42: Und dann dachte man sich, was machen wir?

00:24:44: Der echte Norden, die Grenzen an uns, dann machen wir das Schönste am Norden.

00:24:49: Wirklich?

00:24:50: Ja, jetzt sind wir das Schönste am Norden, weil das Beste am Norden ist schon der NDR.

00:24:58: Das

00:24:58: ist ja traurig.

00:24:59: Das ist das, wo ich mit Verachtung rauf gucke.

00:25:02: Ich habe den Bürgermeister schon mehrfach das gesagt.

00:25:05: Ich schreibe ihm heute das noch mal, weil ich gerade in die Stadt eingefahren bin.

00:25:10: Die haben das, wie man das früher mit Buchstaben, die man ausschneiden konnte, sie haben nicht die Schilder ausgetauscht, sondern sie haben einfach unter das Freie und Hansenstadt Hamburg Schild, haben sie dann unten in einer Schrift, die man Gott sei Dank nicht gut lesen kann, am Norden haben sie drunter und dann so halbschräg aufgeklebt und der Abstand ist auch grafisch ganz schlecht, weil da war gar kein Platz mehr da drunter.

00:25:36: Das haben sie jetzt da drunter gequetscht und das ist ganz schlimm.

00:25:39: Das ist wirklich, ich finde das für Hamburg würde los.

00:25:41: Also ich bin dafür, dass wir heute alle eine Mail an die Senatskanzlei schreiben, einfach nur schade.

00:25:50: Wirklich so verletzende Sachen.

00:25:52: Nicht was soll das und wir sind nicht sondern einfach nur so.

00:25:55: ja schade.

00:25:56: Oder so hm weiß ich nicht.

00:25:58: oder schwierig ist auch ein sehr gutes Wort.

00:26:01: Das macht was mit Leuten.

00:26:02: Aber Schade ist, also ich glaube das Schlimmste, das Schlimmste, was man bekommt, ist nicht diese Mordung und diese Auswahl.

00:26:08: Nein.

00:26:08: Und das will ich, das Wort Schade ist jetzt

00:26:10: so viel frei.

00:26:11: Ja, Schade macht viel.

00:26:12: Ja,

00:26:12: weil es suggeriert auch, ja, ich bin, das ist suggeriert, Enttäuschung.

00:26:16: Ja.

00:26:16: Suggeriert aber auch, ich fand dich bis jetzt echt gut.

00:26:19: Ja.

00:26:19: Als Bürgermeister.

00:26:20: Ja.

00:26:22: Aber jetzt schwierig.

00:26:23: Ja, jetzt schwierig.

00:26:24: Und dann wird sofort eine Gefahr gespürt.

00:26:26: Also, wenn Sie Lust haben, Sie können auch heute an die Autobahn fahren und sich das angucken.

00:26:30: Also, dass einmal nur da vorbei fahren.

00:26:32: Ja, man kann es auch abmachen.

00:26:34: Das habe ich auch gedacht, weil es muss ja irgendwie darauf geklärt werden, wer das gemacht, was für eine würdelose Aufgabe.

00:26:39: Man muss dann da hingehen und auf ganz wenig Platz muss man das dann dort aufkleben.

00:26:44: Und es reflektiert nachts nicht.

00:26:46: Das ist auch noch mal dazu.

00:26:47: Das ist ganz schlimm.

00:26:49: Würde los, aber schade, das ist wie es ist.

00:26:51: Wie blickst du auf das nächste Jahr?

00:26:55: Auch in Angesicht unserer politischen Situation, in Anbetracht, wir sammeln für die Sienotrettung draußen vor der Tür, in Anbetracht der Prüfveranstaltung, die wir hier bei uns haben.

00:27:07: Mehreren Wahlen im Mecklenburg-Vorpommern wählt beispielsweise, die liegt bei über vierzig Prozent dort.

00:27:14: Sie kratzen an der absoluten Mehrheit.

00:27:16: Bitte nicht warten, dass sie noch Koalitionspartner finden.

00:27:19: Wie blickst du da drauf?

00:27:21: Boah.

00:27:24: Also ... Es ist gar nicht so leicht, sich das anzugucken und zu denken, ja, aber das läuft ja, das wird ja noch.

00:27:33: Was, glaube ich, hilft ist, sich das gar nicht, also sich Zeiträume zu setzen, wo man sich das anguckt und dann auch ganz viele Zeiträume zu finden, wo man sich das nicht anguckt oder sich darauf spezialisiert, dass man sich bestimmte Sachen anguckt.

00:27:46: So, ich gucke jetzt mit, ich gucke mir das zum Beispiel mit der AfD an, weil das hat einen direkten Impact auf mich, das hat einen sehr tollen Impact auf meine Kinder und auf mein ganzes Leben.

00:27:53: Und deswegen fühle ich mich gezwungen, mir das da durch zu, mir anzugucken und irgendwie zu überlegen, okay, was könnte man dagegen tun?

00:27:59: Jetzt muss ich mir aber nicht auch noch parallel angucken.

00:28:02: Es gibt ja auch noch Trump.

00:28:03: Es gibt ja auch noch den Nordkonflikt.

00:28:06: Es gibt ja auch noch, dann gibt das China auch großes Ding.

00:28:11: Dann gibt es da noch Krisen auf ganz anderen Kontinenten.

00:28:14: Und dann ist hier noch ein Flugzeug abgestürzt.

00:28:16: Und was?

00:28:17: Die am Ebola.

00:28:17: Ach, du liebe Zeit.

00:28:19: Und wenn man das macht, dann hast du das Gefühl, das ist so ein Riesenbaum, ein Riesenwald, wo du denkst, da sind so viele Bäume, da kann mich nur verlaufen.

00:28:27: Deswegen gucke ich mir so ein Baum an, und das sind Nazis in Deutschland.

00:28:31: Und da gucke ich mir an, wie könnte man diesen Baum fällen?

00:28:36: Und das muss reichen.

00:28:37: Und dann glaube ich, dann suche ich mir, red ich Zeiträume, so drei, vier mal die Woche, wo ich denke, jetzt wühle ich mich eine Stunde durch die Scheiße.

00:28:46: Und auch durch diese emotionale Scheiße von ... Angst vor den Wahlen, über Forderungen davon zu wissen, wie viele in meinem Umfeld das gut finden, die über Forderungen von Leuten zu begegnen in meinem ländlichen Umfeld, wo ich weiß, die Zahlen hier für die AfD sind enorm hoch.

00:29:04: Das ist Hallo Herr Bürgermeister, wahrscheinlich einer von denen.

00:29:09: Und das ist so ein ganz schmaler Grad zwischen Verzweiflung und, naja, aber bisschen was kann ich ja vielleicht noch machen.

00:29:16: Weil das ist ein Gefühl, das hilft.

00:29:17: Wenn du irgendwas machst und seist nur ein von diesen ganzen scheiß Stickern mit einem anderen Sticker zu überkleben, wenn du so ein AfD-Sticker hast und dann packst du da einen Sticker mit einer Regenbogenflagge drauf, hast du kurz das Gefühl von, okay, ich hab irgendwas gemacht.

00:29:31: Und das hilft manchmal.

00:29:33: Das machen Sie heute auch übrigens, ne?

00:29:35: In dem Sie gekommen sind.

00:29:36: Das haben wir schon

00:29:39: ganz oft besprochen.

00:29:40: Man muss nicht US-Präsident sein, um die Welt zu verändern, aber das ist was die Rechten sehr gut können, die geben nicht nach.

00:29:49: Also die werden nicht müde, da gibt es nicht irgendwie Nähe heute nicht, weil es vierter Advent.

00:29:54: Da spielt keine Rolle.

00:29:55: Also wenn sie Tino Kropalla beobachten und wenn sie mit ihm zu tun haben und wenn sie die Auftritte von ihm verfolgen, ich war mit ihm in Wien in der Talkshow zusammen.

00:30:06: Die war spät, die war um, weiß ich nicht, um zwanzig Uhr die aufgezeichnet.

00:30:08: Das war sein sechster Termin.

00:30:10: an dem Tag.

00:30:11: Und er ist trotzdem noch aus Deutschland nach Wien geflogen, hat den Termin dort wahrgenommen, weil er präsent sein wollte und am nächsten Morgen gleich um sechs in nächsten Termin zu machen.

00:30:19: Und als ich mit Kolleginnen und Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern gesprochen habe, warum die SPD nicht ein bisschen mehr auf die Straße geht dort und auch irgendwie genau was macht, was die AfD, dann haben die gesagt, boah, also erstens sind wir nicht so viele, wir sind nur dreieinhalbtausend, da bin ich mir krass, Kropalla ist nur eine Person und er schafft das, die schaffen es mit dreieinhalbtausend, nicht?

00:30:37: Und dann meinte jemand auch zu mir, wir haben das versucht, aber die Kolleginnen und Kollegen sagen, oh, am Wochenende auch noch Zeit mit den Leuten verbringen, nee, habe ich keine Lust zu.

00:30:45: Und da

00:30:46: ...

00:30:47: verliert dann die Demokratie.

00:30:48: Also man kann das ganz genau sehen, wo es passiert.

00:30:50: So, es passiert da, wo wir einen Millimeter nachgeben, weil dann kommen sie einen Millimeter nach vorne.

00:30:57: Das ist das Verheerende.

00:30:58: Das vergessen wir als Menschen, wie wir auf der demokratischen Seite stehen, dass es ein Kampf ist.

00:31:04: Ja, und wir vergessen auch, mit wem wir da überall alles zusammenstehen.

00:31:07: Also ich glaube, wir vergessen ganz schnell, wer denn da eigentlich oder was denn unser Feind ist.

00:31:11: Weil, das heißt immer, oh, die Dreben werden immer größer.

00:31:15: Ich brauche keine Brückenbauen zu Nazis.

00:31:17: Das ist nicht, was in diesem Land passieren sollte.

00:31:20: Es sollte aber klar sein, guck mal, das ist die Gefahr da vorne.

00:31:23: Das sind diese ganzen Verschist-Innen, die da stehen.

00:31:26: Und denen ist das völlig egal, was das gegen an, was das nebenan sagt.

00:31:29: Also die stehen ja alle zusammen.

00:31:30: Und das sind tausende Spittergrund, ne?

00:31:32: Dann gibt es Leute, die kommen von da, die sind Hardcore-Tristen und wollen gerne, die sind der Meinung, Jesus ist weiß und alles was nicht weiß, ist falsch.

00:31:39: Und die stehen neben Leuten, die finden Gott furchtbar, aber die sagen, nee, wir sind hier nämlich mit den Raumschiffen von den Aliens gekommen und sind Arya.

00:31:49: Und das ist... Das passt gar nicht zusammen, aber das gemeinsame Ziel ist, ach komm, wir machen so ein ganz weißes Deutschland.

00:31:54: Ja komm, dann vergessen wir die Differenzen.

00:31:56: Und dann kämpfen wir jetzt zusammen dafür.

00:31:58: Und das kriegen wir alle nicht hin.

00:32:00: Also wir stehen alle, wir versuchen gegen Nazis zu sein und gucken parallel auch noch, was ist denn... Du isst Fleisch?

00:32:06: Nee, dann stell ich mich lieber da hinten hin.

00:32:07: Und was machst du?

00:32:09: Ach, du bist in der Kirche gegen Nazis.

00:32:10: Ja, Mann, Gott glaube ich gar nicht.

00:32:11: Nee, da muss ich hier mich auch noch mal woanders hinstellen.

00:32:13: Hallo, ist das Wolle sei?

00:32:14: Ist das Polyester in deiner Hose?

00:32:16: Ja, dann geh ich nach Hause.

00:32:17: Also mit euch würde ich hier gar nicht mehr kämpfen, Leute.

00:32:20: Wir müssen aufhören zu gucken, wer neben uns steht und das irgendwie zu beurteilen, sondern uns darauf einigen.

00:32:26: Lass uns doch mal erst mal um die Nazis kümmern.

00:32:28: Und dann können wir darüber diskutieren, wie viel Fleisch sollen wir essen?

00:32:32: Wie viel Polyester vertragen wir?

00:32:34: Was eigentlich mit Gen Mais?

00:32:36: Das ist alles nicht so wichtig wie das

00:32:37: da.

00:32:45: Das müsste man aufdrucken irgendwo.

00:32:47: Ja,

00:32:48: und man lernt Leute richtig gut kennen.

00:32:50: Ich bin mit so vielen Leuten gegen Nazis.

00:32:52: die Scheiße finde, dass ich die jetzt aber... Ganz interessant finde.

00:32:56: auf einmal, weil man hat so eine gemeinsame Vision und dann während man irgendwie ruft, Raul, Nazis, Scheiße, was ist, was heißt dann eigentlich dieser Fisch da mit dem Christen?

00:33:05: Ach, da kommt das her.

00:33:06: Spannend, Wahnsinn.

00:33:08: Genau, ihr seid Scheiße.

00:33:09: Und erzähl mal, und hast du die Bibel wirklich gelesen?

00:33:12: Spannend, war ein langes Buch gewesen auch, ne?

00:33:15: Und so auf einmal hast du Begegnungen, die du sonst nicht gehabt hättest.

00:33:18: Ich glaube, das schaffen wir jetzt auch.

00:33:20: Vielleicht ist das ein guter Appell für die Feiertage, dass wir das, was Moritz gesagt hat, ein bisschen im Kopf behalten.

00:33:25: Weil ich werde auch häufig auf der Bühne gefragt, was ist das Problem?

00:33:28: Also warum schaffen wir es nicht?

00:33:30: Warum bekommt diese Partei immer wieder weiter Zulauf?

00:33:33: Das ist, weil uns die Geschlossenheit einfach fehlt.

00:33:36: Wir sind so schnell angegriffen von allem, was passiert und von den Nazis auch.

00:33:40: Und dann haben wir ein Problem.

00:33:41: Vielleicht wäre es da gut einmal, ich hatte das Problem um den Glauben gestern Abend in meiner Tante.

00:33:47: Wir sind einfach nicht einmal und das macht aber auch überhaupt gar nichts.

00:33:50: Dann ist das so.

00:33:51: Und dann wusste sie gar nicht, was sie sagen soll.

00:33:54: Und dann, als sie gegangen ist, habe ich meine Mutter, das ist so sehr gut gemacht mit ihr.

00:33:58: Dann habe ich sie gesagt, was denn?

00:33:59: Und hat sie gesagt, sie hat einfach keine Verbündeten gefunden, weil du sie nicht angegriffen hast.

00:34:03: Du hast einfach gesagt, es ist in Ordnung, dass du das glaubst.

00:34:06: Und sie hat trotzdem weitergeschrien.

00:34:07: Und du hast immer wieder gesagt, ich nochmal, es ist völlig in Ordnung, dass du das glaubst.

00:34:13: Das können wir weiterführen und dann kann man ja später darüber reden, was die Rechten übrigens auch machen innerhalb ihrer Partei.

00:34:20: Aber dass Alice Weidel aktuell die beliebteste Politikerin in Deutschland ist dort umfragen.

00:34:24: Das müsste ihnen zu denken geben.

00:34:29: Das wissen Sie, ich gucke jetzt hier wieder in sehr viele weiße Gesichter, wie so oft an diesen Arm nicht, wir versuchen, es kommen immer mehr Migranten dazu, ich freue mich.

00:34:37: Darüber, aber ich kann jederzeit völlig Problem aus dieses Land verlassen und bin schon in Frankreich Franzose, weil ich gar nicht auffalle dort.

00:34:44: In Spanien bin ich sowieso voll Spanier.

00:34:46: Sie haben ein sehr großes Problem, wenn sie nicht nach Dänemark flüchten, sondern irgendwo in den Süden.

00:34:50: Dann sind sie ganz alleine mit denen hier am Ende des Tages.

00:34:54: Die Ausländer, wenn alle gehen.

00:34:56: Die Zahlen aktuell von Menschen, die das Land verlassen gestern in der Süddeutschen, ist so hoch, wie wir das noch nie hatten, der Auswanderung.

00:35:05: Passiert was nimmst du das auch war das wirklich was passiert?

00:35:10: dass wir in einer zeit sind in der es nicht mehr um wir warnen geht sondern es ist tatsächlich etwas in einem umbruch wo man in zwei jahren denkt so ach du scheiße.

00:35:20: es war vollkommen klar was hier gerade passiert.

00:35:22: ich habe es einfach ignoriert weil

00:35:25: ja das ist das was also ich habe.

00:35:27: also ich fünfte war das bitte habe ich das erste mal die sachen von tocholzke gelesen dieses Tiger, Panther und Co.

00:35:32: Und das sind ja so die gesammelten Werke über, guck mal, die Nazis kommen, das ist echt gefährlich.

00:35:37: Von so neunzehntesundzwanzig bis neunzehntesundunddreißig.

00:35:40: Und habe ich das gelesen und gedacht, ja krass, das ist natürlich seit sieben Jahren lang.

00:35:45: Und Leute, das wollen wir da, ne, niemand, das ist da was dagegen.

00:35:49: Und dann, drein dreißig ist er nach Schweden, hat sie jemanden umgebracht, weil er immer gedacht, warum?

00:35:54: Ja, klar, weil du irgendwie dachtest, ja, okay, ich bin irgendwie gescheitert, darin das aufzuhalten.

00:35:58: Und ich glaube, jetzt ist es... Also jetzt hast du so eine Referenz aus der Geschichte von, ach guck mal, das ist schon passiert.

00:36:05: Alle wussten das.

00:36:06: Mein Kampf war schon so lange auf dem Markt.

00:36:08: Alle haben es gelesen und wussten, ah, da steuern wir drauf zu.

00:36:12: Dann gab es diese gewaltige Katastrophe.

00:36:14: Und jetzt gerade sind wir an einem ähnlichen Punkt.

00:36:17: Ich will nicht die AfD und die NSDAP gleich setzen, weil so mächtig will ich die nicht machen.

00:36:21: Aber alle wissen, dass die an die Macht kommen.

00:36:24: Früher oder später.

00:36:26: Weil das gar nicht, ist das, was wir machen, ist absolut nicht genug.

00:36:29: Und der AfD ist unser deutscher kleiner Klimawandel.

00:36:31: Alle gucken dabei zu.

00:36:33: Es wird auf jeden Fall passieren.

00:36:34: Und ich glaube, ich bin nicht der Einzige, der jetzt schon im Hinterkopf auf jeden Fall eine Axel-Strategie hat.

00:36:39: Der weiß, ja gut, also wenn ich nicht mehr davon ausgehe, dass wir das schaffen, ich versuche das gerne mit.

00:36:43: Ich versuche gerne so gut, ich kann das aufzuhalten.

00:36:46: Aber wenn es nicht klappt, ich habe Geld.

00:36:47: Ich bin dann weg.

00:36:48: Ich mache ja nicht den Ehreich Kessner.

00:36:49: Meine Kinder werden nicht in einem Land aufwachsen, wo sie nicht queer sein dürfen.

00:36:52: Das wird nicht passieren.

00:36:53: Fertig.

00:36:59: Ich höre das immer mehr.

00:37:02: Wir haben ja die Aufgabe auf der Bühne, auch die Lautsprecher der Gesellschaft zu sein und das, was wir immer überall in Schnipseln von unseren Publikum, von Menschen, die uns schreiben, wahrnehmen, auch dann als Echo wieder zurückzugeben.

00:37:14: Und ich habe angefangen, jetzt seit einem Jahr darüber zu sprechen, weil ich egal in welche migrantische Community ich reinkomme, es einer der ersten Fragen ist, sag mal, hast du dir überlegt, wo du hinfahren könntest?

00:37:26: Und dann sagen alle, ja, ja.

00:37:28: Ich saß mit Emilia Roac auf der Bühne, der Politikwissenschaftlerin Frankreich, Deutschland, Hype Hype.

00:37:35: Und sie hat gesagt, sie hat hier nichts gefunden.

00:37:37: Sie hat das erste Mal auf der Bühne öffentlich gesagt.

00:37:39: Wir haben jetzt in Mexiko uns rumgeschaut, mein Mann und ich, mit den Kindern.

00:37:43: Und zu gucken, ob wir dort was machen können.

00:37:46: Wo ich mir denke, so krass, okay, also so weit.

00:37:48: dass Menschen auf der Bühne öffentlich erzählen, wo sie hingehen.

00:37:54: Aber ich glaube auch, weil du zwangsweise, wenn du auf der Bühne bist, ein paar Jahre schon weiter bist gedanklich.

00:37:58: Also ich glaube, für viele Leute ist es so, ja dann sieht man das mit der AfD und es gibt immer noch wie beim Klimawandel auch.

00:38:04: Man sieht so aus, es gibt Klimawandel, aber die Hoffnung von, aber vielleicht wird es nicht ganz so schlimm und das ist mit der AfD auch so.

00:38:11: Und ich glaube, wenn du das nur in der Zeitung liest und siehst online, das ist ja furchtbar für so bestimmte Leute.

00:38:16: Das wäre ja schlimm.

00:38:17: Dann kannst du immer noch umblättern.

00:38:19: Wenn du aber auf der Bühne nicht dagegen engagierst und dann ist es viel früher so, dass du doch die Gefahr erkennst.

00:38:25: Also ich habe Personenschutz.

00:38:27: Ich gehe nicht mehr auf Tour, ohne dass da jemand auf mich körperlich aufpasst, weil ich weiß, ich bin ganz schnell ein Opfer von Gewalt, wenn ich mich nicht beschützen lasse.

00:38:38: Das heißt... Ich lebe seit Jahren mit dem Gedanken von, hoffentlich erkennt nicht jemand mich, der mich nicht mag, zusammen mit meinen Kindern und die finden raus, wo meine Kinder zur Schule gehen und fangen die auf dem Hauseweg ab.

00:38:53: Meine Frau hat einen anderen Nachnamen, was jetzt sehr gut ist, weil sie in einer anderen Stadt unterwegs ist.

00:38:58: Und es ist auch ganz wichtig, dass niemand da die Verbindung zieht von, das ist übrigens meine Frau, weil sie da kein Personenschutz hat.

00:39:06: Meine Familie wohnt in Mecklenburg-Vorpommern, da ist ganz klar, dass wenn jemand fragt, ist an jeden Fall ein Moos.

00:39:11: noch immer die Antwort ist, nee, nee, nee.

00:39:13: Ja, aber fragen viele, aber nee, nee, nee, auf gar keinen Fall.

00:39:15: Nee, nee, den kennen wir gar nicht.

00:39:16: Weil alle wissen, na ja, du bist ein potenzielles Ziel dann.

00:39:19: Und wenn du das anfängst zu merken, dann glaub ich, bist du viel früher dabei zu sagen, ja gut, aber dann bereite ich mich schon mal, dann bereite ich mich fort, das da irgendwann abzuhauen, als wenn du irgendwann morgens aufwachsen merkst, die AfD ist an der Macht, und du dann zum ersten Mal merkst, Ach, das hat auch Konsequenzen für mich, obwohl ich weiß bin.

00:39:36: Ach, du liebe Zeit, wer hättest gedacht.

00:39:39: Und deswegen ist es klar, dass Leute, die früher davon betroffen sind, auch früher sich überlegen, wie sie damit umgehen können.

00:39:44: Bei den fünfhunderttausend jüdischen Deutschen, die zurzeit das Nationaldurchsinn Deutschland gelebt haben, haben vierhunderttausend Deutschland vor dem Beginn des Holocaustes schon verlassen.

00:39:55: Vierhunderttausend.

00:39:56: Einhunderttausend sind übrig geblieben.

00:39:58: die man dann in die Gaskammern geschickt hat.

00:40:00: Also es sind Zeichen, die wir jetzt gerade sehen, dass Menschen versuchen, das deutlich zu machen, immer und immer und immer wieder überall, auch auf der Bühne, auch im Sinne des Kulturkampfes.

00:40:14: Ich war in Wolfenbüttel vorgestern, hab da gelesen aus meinem Buch.

00:40:19: Und die Leitung hat mir gesagt, wir möchten ganz ehrlich sein, wir hätten sie, hätte der Bürgermeister, das sich nicht gewünscht und uns quasi geschützt, hätten wir dieses Programm nur aufgrund des Titels, wir dürfen Deutschland nicht den Rechten überlassen, hätten wir das nicht ins Programm aufgenommen.

00:40:36: Und dann habe ich gesagt, warum denn nicht?

00:40:37: Und dann habe ich gesagt, na, wir haben schon mal etwas gemacht, was so in die Richtung ging und was dann folgt.

00:40:44: Warum von Shitstorm und von den ganzen Sachen gar nicht zu reden.

00:40:47: Wir haben es ja von Luisa Neubauer gerade gehört, wie Menschen anrufen und sie am Telefon anschreien.

00:40:52: Das passiert dann.

00:40:53: Dann kommen dann einfach Leute zu ihnen ins Theater und brüllen sie an.

00:40:56: Oder schmeißen sie Scheiben?

00:40:59: Ich glaube, damit können die noch, also mit allem, was so physischer Gewalt gegen das Gebäude ist, können die leben.

00:41:06: Aber da meinen sie, dann steht dort ein Abgeordneter vor mir und der schreit mir in das Gesicht hinein und beleidigt mich.

00:41:13: das hätten wir nicht gemacht.

00:41:14: Und dann ist mir aufgefallen, oha, Wolfenbüttel, das ist bei Hannover, das ist nicht weit weg von uns, das ist in Niedersachsen.

00:41:19: Da hätte ich gesagt, krass, ich hätte nicht spielen können, nicht weil die mich nicht haben wollen, sondern weil die sich nicht trauen.

00:41:27: Das ist neu.

00:41:28: Das war vor fünf Jahren, als ich das erste Buch geschrieben habe, war das nicht so.

00:41:32: Da ist es undenkbar.

00:41:35: Und das muss uns sehr, sehr, sehr zu denken geben.

00:41:37: Das ist nicht das einzige Theater, das mir das erzählt hat.

00:41:40: Und jetzt weiß ich auch, warum ich an ganz vielen Orten nicht spielen kann.

00:41:43: Also warum einfach Einladungen von bestimmten Orten ausgeblieben sind.

00:41:48: Wie gehst du mit dieser Sorge um?

00:41:49: Gar nicht einfach.

00:41:51: Gar nicht.

00:41:51: Gar nicht.

00:41:52: Also ich hab irgendwann gemerkt, krass, ich hab Angst.

00:41:56: Also hab ich jetzt Leute, die Körper nicht auf mich aufpassen und jetzt ignoriere ich das.

00:42:00: Ich kann ja meine Arbeit sonst nicht machen.

00:42:01: Ich kann nicht immer losfahren und abends denken, oh nein, hoffentlich passiert nichts.

00:42:06: Ich bin dann eher so ein Überkompensator, ich denke mittlerweile, hoffentlich passiert mal bald was.

00:42:13: Weil das ist dann mein Umgang mit Angst, dass ich das so völlig übertreibe und denke, er wäre auch geil eigentlich, wir auch schon geil, wenn ich hier mit dem Stuhl oder so.

00:42:20: Und das ist dann meine Überkompensierung von, okay, ich habe kein Lust auf diese Angst, also ersetze ich das durch ein anderes Gefühl, nämlich völlig übertriebene Selbstsicherheit, bei der ich in mir weiß, eigentlich habe ich die nicht.

00:42:29: Und bei allem anderen, wie soll ich damit umgehen?

00:42:32: Also wenn ich jetzt will, ich realisieren würde, was das, wie viel Angst, wenn ich diese Angst zulassen würde, würde ich auch aufhören irgendwann.

00:42:39: Ich glaube, ich würde auch aufhören, wenn ich nicht denken würde, ja, ich glaube, wir können das aber schon noch schaffen.

00:42:44: Also es ist nicht so, dass ich denke, das ist, wir haben hier keine Chance mehr, dass das hier, dass das mit der AfD, also ich glaube, würde ich jetzt irgendwann denken, wir können das nicht mehr aufhalten, ja dann wäre ich weg.

00:42:55: Ich glaube schon, dass das noch geht.

00:42:57: Es gibt schon noch die Möglichkeit, dass die Leute, die gegen den Verschiedsmusseln in Deutschland sind, sich zusammen tun mit den Leuten und dass die absolut riesige Mehrheit, die sich da jetzt an der ganzen Diskussion gar nicht so beteiligen, dass die irgendwann auch sagen, ach so, jetzt wird es eng, ne?

00:43:17: Ja, ich würde dann auch noch mal auf den Samstag mitkommen zu so einer Demo.

00:43:20: Und wenn diese Demos dann eine Größe erreichen, bei der man denkt, holy shit, das sind wirklich eine Menge Leute.

00:43:26: dann kann man das schon noch abwenden.

00:43:28: Weil worum es geht, ist diese schweigende Mehrheit in der Mitte.

00:43:30: Und die Rechten behaupten, die schweigende Mehrheit ist für uns, das ist für uns, und das ist ein Treibstoff, wo man irgendwann denkt, ach krass, jetzt sind schon vierzig Prozent, jetzt sind das schon vierzig Prozent, wählen die AfD.

00:43:41: Nee, die meisten Leute wählen gar nicht.

00:43:43: Die meisten Leute wählen nicht die AfD.

00:43:44: Die meisten Leute wählen einfach nicht die anderen Parteien.

00:43:47: Und das verstehe ich absolut.

00:43:49: Aber wenn diese Leute wieder zu der nächsten Wahl gehen und sagen, ich wähle nicht, dann glauben alle, die sind für die AfD.

00:43:55: Und ich glaube nicht, dass das stimmt.

00:43:56: Und ich glaube, dass auch noch genug Menschen deutlich machen können.

00:43:58: Nee, nee, nee, wenn es hier darum geht, entweder niemanden zu wählen oder die AfD, dann will ich hier auf jeden Fall irgendeine von diesen anderen Tierschutzparteien.

00:44:05: Dann mache ich da meinen Kreuz, ist mir egal.

00:44:07: Hauptsache nicht bei der AfD.

00:44:08: Ich glaube, das ist schon noch mal.

00:44:09: Das glaube

00:44:09: ich auch.

00:44:10: Lassen Sie uns das Wahrheit werden lassen.

00:44:19: So, ich möchte noch mal auf die Kollegen draußen aufmerksam machen, die sammeln für Seenotrettung, weil Moritz hat ein paar kleine Probleme der Welt, hat er deutlich gemacht.

00:44:30: Ein weiteres Problem, was wir immer noch haben, ist, dass Menschen aufgrund vieler Ursachen ihr Land verlassen möchten.

00:44:38: Und ich sage Ihnen das noch mal, vielleicht haben Sie das noch nie aus erster Hand gehört.

00:44:42: Das ist mir aufgefallen.

00:44:42: Dann hören Sie es diesmal aus erster Hand.

00:44:45: Wir hatten nicht vor, unser Land zu verlassen.

00:44:47: Wir wollten unser Land nicht verlassen.

00:44:49: Und wir haben es bis heute nicht gerne verlassen.

00:44:51: Ich sehe das jetzt an meiner Familie.

00:44:56: Mein Großvater ist gestorben vor einigen Tagen.

00:44:58: Und wenn wir dort zusammenkommen, sehe ich, dass diese Menschen ihr Land nicht verlassen wollten.

00:45:03: Weil in dem Moment, wo es um kulturelle Begebenheiten geht, drehen die durch, weil sie verstehen das System hier nicht.

00:45:11: Obwohl sie seit ... sehr, sehr vielen Jahren hier leben und sich wunderbar angepasst haben.

00:45:16: Aber Menschen verlassen ihr Land, ihre Kultur, ihre Familie, die Straße, in der sie groß geworden sind, ihr Essen, ihre Sprache.

00:45:24: Das verlassen sie nicht einfach so.

00:45:26: Menschen gehen nicht mit einem hohen Bildungsgrad aus ihrem Land raus, um in einem anderen Land Analferbet und Hartz-IV-Empfänger zu sein.

00:45:33: Das machen Menschen nicht freiwillig.

00:45:39: Möchte uns aber, Herr Merz, suggerieren.

00:45:42: Ich möchte uns aber, Herr Merz, suggerieren, dass das so passiert, ist aber nicht so.

00:45:46: Nur, dass die es einmal gehört haben und wir uns immer wieder dagegen aufstellen.

00:45:49: So, zum Abschluss ein paar nette kurze Fragen.

00:45:53: Das muss ich mir ausgedacht haben heute.

00:45:56: Ganz nebenbei, mein Programm wird witziger.

00:46:00: Das würde ich

00:46:00: auch noch machen.

00:46:01: Wenn

00:46:02: Sie nachher noch da sind.

00:46:02: Meine witzigen Tage, die habe ich.

00:46:04: Ich mache aus dem Ausland dann wieder.

00:46:05: Dann mache ich... Ab und zu freue ich mich ein bisschen.

00:46:09: Kommt mit dir aus und aus Monaco.

00:46:10: Ja, aber

00:46:11: was wird dein Lack?

00:46:12: Wo würdest du hingehen?

00:46:14: Also, bizarrerweise habe ich mir Spanien ausgesucht.

00:46:20: Schon schön.

00:46:20: Nenein, nein.

00:46:22: Spanien ist unter den Mittelmeerländern aufgrund des Faschismus das hästigste Land.

00:46:28: Also Spanien hat der Faschismus zerstört.

00:46:31: Sie können durch Spanien fahren.

00:46:32: Falls du durch Italien, Italien ist von vorne bis hinten ein Museum wunderschön, Griechenland ist genauso wunderschön, nicht Museum, sondern ländlich, aber auch schick, die Blauen Weißen.

00:46:39: Spanien ist sehr viel kaputte, hässliche alte Häuser.

00:46:44: Wenn Sie, Sie können das gerne mal machen.

00:46:45: Sie können durch, na ja, eigentlich macht man das nicht, aber Sie können ja irgendwie in der Alikante fahren oder irgendwo klingeln bei jemandem und Frauen müssen mal die Wohnung besichtigen können.

00:46:54: Oder Sie suchen sich einen Inserat raus, nur um das Gefühl dafür.

00:46:58: damit Sie sehen, wenn da eine Wohnung zum Verkauf steht.

00:47:01: Ich war in einer und in den Wohnungen der siebziger Jahre Baujahr Spaniens gibt es keine Anschlüsse für eine Waschmaschine, sondern alle Häuser sind mit einem Waschbrett.

00:47:11: ausgestattet.

00:47:12: Alle Häuser in Spanien, der Siebziger Jahre, haben eine Kuhle, da kommt Wasser raus und da ist ein Waschbrett einzementiert.

00:47:19: Das nennt man Faschismus, weil die hatten das bis in die Siebziger Jahre dort.

00:47:24: Da gab es diesen Zugang nicht.

00:47:25: Wo sie hier in Deutschland Mielewaschmaschinen gekauft haben und dann die Werbung dort irgendwie die Persilfrau, die dann Roberto Blanco weiß gewaschen hat und so weiter.

00:47:34: Auch bedenklich, aber so, das waren halt die Siebziger.

00:47:37: Das sieht anders aus, deswegen habe ich, also das ist ein komisch, das ist nicht so schu... Ich mag das Essen nicht von den Spanien, ich finde das die fruchtbare Dinge essen.

00:47:46: Sehr viel Wurst und sehr viel Käse und sehr wenig, alles andere.

00:47:52: Also sprich eigentlich erstmal nichts für Spanien.

00:47:53: Nichts für

00:47:54: Spanien.

00:47:54: Für dich jetzt.

00:47:55: Aber ich habe irgendwie, dachte ich mir... Die sind unglaublich fortschrittlich.

00:48:00: Die sind sehr digitalisiert.

00:48:02: Sie sind, es ist ein sehr sicheres Land.

00:48:05: Sie sind unglaublich offen gegenüber anderen Kulturen.

00:48:09: Sie sind so ein bisschen das Amerika Europas geworden.

00:48:12: Die Leute kommen und es wird irgendwie umarmt.

00:48:14: Die haben auch ihre Probleme dort.

00:48:15: Alle Menschen.

00:48:16: Es gibt überall Rassist, es gibt überall Nazis, es gibt überall Faschismus, es gibt überall böse Menschen.

00:48:21: Da sind die nicht paustellisieren.

00:48:22: Deutsche sind schlimm, Spanier sind toll, überhaupt nicht.

00:48:24: Ich möchte Deutschland nicht verlassen.

00:48:26: keinen Umständen.

00:48:27: Ich bin in Spanien analphabet.

00:48:29: Also das, was ich hier auf der Bühne mache, kann ich in Spanien nicht.

00:48:32: In Spanien kann ich sagen, Ola, Josoy, Michelle.

00:48:35: Das war's.

00:48:36: Und dann denken sie so, wow, krass, okay.

00:48:38: Aber dass ich zu unig gegangen bin, Bücher schreiben kann, auf der Bühne moderiere, irgendwie frei Goethe und Schiller zitieren kann, die klicken sie an, bin ich dann irgendwie da unten.

00:48:46: Das verstehen die Leute nicht.

00:48:47: Also deswegen möchte ich nicht dorthin.

00:48:49: Aber wenn es sein muss, ich bin zur Bank gegangen.

00:48:52: Und die Bank hat mir eine Kreditkarte ausgestellt.

00:48:58: Und den PIN habe ich mir am Bankautomaten dort selber an dem Tag aussuchen können und konnte sofort bezahlen.

00:49:05: In Hamburg warte ich immer noch drauf, dass die Hamburger Sparkasse mir schriftlich die Sachen zuschickt, weil die Unterschrift, die ich abgegeben habe, dann haben sie zugeschrieben.

00:49:16: Ja, das entspricht dabei nicht ihrer Unterschriftenprobe, die sie damals abgegeben haben.

00:49:20: die sie von mir haben, ist von ... ... ist von ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war

00:49:43: ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da

00:49:44: war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ... da war ich ... ...

00:49:50: da war ich ... Gar nicht schlafen.

00:49:52: Bühne ohne Mikro oder Mikro ohne Bühne?

00:49:54: Was für eine gute Frage.

00:49:56: Da muss ich erst mal verstehen.

00:49:58: Ja, das

00:49:58: ist genau.

00:49:59: Ach so, nee, Bühne ohne Mikro auf jeden Fall.

00:50:01: Bühne

00:50:02: ohne Mikro.

00:50:02: Ja, ja.

00:50:03: Also Mikro ohne Bühne ist dann ja sowas wie Podcast und so'n Trams.

00:50:10: Spaß!

00:50:13: Das kommt ja im Radio.

00:50:14: Auch im rechten, im richtigen.

00:50:16: Also das können Sie richtig über Radio.

00:50:19: Ich mache ja ganz viel.

00:50:20: Ich mache ja im Podcast und dann mal auf Fernsehen und sowas.

00:50:23: Aber das ist ja alles nicht vergleichbar mit hier oben stehen und mit so Leuten zu reden.

00:50:26: Nein,

00:50:27: nichts ist vergleichbar mit dem.

00:50:28: Das ist immer das Beste.

00:50:29: Das

00:50:29: andere ist nur Werbung für das hier.

00:50:32: Cancel culture, Problem oder Ausrede?

00:50:34: Das ist Schwachsinn.

00:50:35: Das

00:50:36: gibt es nicht.

00:50:37: Lieber falsch zitiert oder korrekt ignoriert?

00:50:41: Da hab ich ja richtig nachgedacht.

00:50:44: Ja, passiert manchmal.

00:50:45: Ich hab das letzte Woche geschrieben, hab ich einen guten Tag gehabt.

00:50:48: Ich bin ganz ehrlich.

00:50:50: Lieber falsch

00:50:50: zitiert oder korrekt ignoriert?

00:50:53: Ich bin seit einer Stunde wach.

00:50:56: Dann lieber korrekt ignoriert.

00:50:58: Hast du wenigstens deine Ruhe.

00:51:01: Applaus am Anfang oder still am Ende?

00:51:06: Was ist das?

00:51:07: Ja, Applaus am Anfang.

00:51:08: Und stiller Männchen.

00:51:10: Nee, stiller Männchen ist das Furchtbarste.

00:51:12: Stell dir mal vor, ich mache jetzt zwei Stunden lang ein Comedy-Show und sag, das war's und die Reaktion ist

00:51:17: stille.

00:51:19: Also das wäre meine letzte Show gewesen dann.

00:51:23: Das würde mich brechen.

00:51:25: Wann hast du das letzte Mal deine Meinung geändert?

00:51:27: Heute morgen.

00:51:32: Ja.

00:51:33: Lieber einen schlechten Gag erklären oder einen guten zurücknehmen müssen.

00:51:38: Einen guten zurücknehmen müssen.

00:51:39: Habe ich oft getan schon.

00:51:40: Oh, tut mir leid, Mensch.

00:51:42: Shitstorm.

00:51:43: Von rechts oder von

00:51:44: links?

00:51:44: Von rechts.

00:51:45: Von rechts fühlt sich so gut an.

00:51:49: Ja, von links ist schlimm.

00:51:50: Das ist so detailliert.

00:51:52: Das ist so differenziert, so divers.

00:51:56: Ja,

00:51:56: so... Verletzend, so gar nichts mit einem zu tun haben, so verurteilend.

00:52:02: Von rechts ist aber nur how are you, Ausländer-Schwein.

00:52:04: Ja, so was.

00:52:05: Von rechts ist, was man denkt so, oh geil, hab ich da richtig was bei dir angepiegst.

00:52:08: Und bei links denkt man, nee, da haben wir noch recht oder so.

00:52:12: Und links ist wirklich so, oh, wie so schade.

00:52:14: Das ist dieses Schade, das ist

00:52:16: das.

00:52:18: Publikum lacht, aber aus den falschen Gründen.

00:52:22: Weiter machen oder abbrechen?

00:52:24: Abbrechen.

00:52:25: Also sofort.

00:52:27: Das habe ich ganz oft, dass ich irgendwie kurz denke, oder selbst wenn ich denke, okay, da haben jetzt viele gelacht und dann gibt es so einen Mann, der noch so lacht, danach noch, wo ich denke, oh nee, ich glaube, du hast das falsch verstanden, mein Freund, das ist, nee, das passiert ab und zu und das will ich nicht.

00:52:42: Schreibst du für dich oder gegen etwas?

00:52:44: Gegen etwas.

00:52:46: Im besten Fall für mich, aber das ist sehr viel schwieriger, deswegen oft einfach gegen etwas.

00:52:51: Wogegen?

00:52:53: Gegen mich.

00:52:56: Schön, schön, schön.

00:52:59: Was nervt dich an dir selbst auf der Bühne?

00:53:01: Ähm, Unsicherheit.

00:53:04: Bist du das?

00:53:04: Bist du das?

00:53:05: Ja,

00:53:05: ich bin mega unsicher auf der Bühne.

00:53:07: Wie geht das weg?

00:53:08: Gar nicht anscheinend.

00:53:09: Ich mach das seit achtzehn Jahren.

00:53:10: Das ist mein zehntes Solo-Programm.

00:53:12: Das hier ist meine, ich weiß nicht, vier, fünf, sechs tausendste Show.

00:53:16: Das geht anscheinend nicht mehr weg.

00:53:18: dass ich jetzt, ich bin jetzt schon am überlegen, was habe ich denn vorhin alles gesagt, was war das okay, war das nicht okay, hoffentlich mochten die das, habe ich genug ins Publikum geguckt, war das auch witzig genug, was haben wir die Menschen erwartet, ist mein Punkt politisch gesehen überhaupt rübergekommen, da habe ich auch ein bisschen gest, da war auch ein bisschen gestampelt, das hätte man präziser machen können, naja Moritz, man kann da nicht alles können, immer noch so drei Kinder.

00:53:42: Das macht es aber auch aus, glaube ich, also das sorgt dafür, dass du nicht so abhebst.

00:53:46: Ich glaube, wenn du irgendwann niemanden mehr um mich rummachst, der dir sagt, Digger, das war nicht so gut und du das selber auch nicht mehr machst, weil was du dir irgendwann, je bekannter und je mehr Geld du verdienst, je bekannter du wirst, du hörst dir ja nur noch ein bisschen geil zu bist.

00:53:58: Du bist ja so der Geilster, wenn du das glaubst, dann musst du aufhören.

00:54:02: Irgendwann kommt aber du kannst gar nichts.

00:54:04: Das kommt auf jeden Fall auch.

00:54:07: Das kommt aber so erst ab Cristiano Ronaldo Level.

00:54:10: Dass es die Leute dann so kommen, wo er sagt, da kann gar nichts.

00:54:13: Also der kann gar nichts, irgendwie nichts.

00:54:17: Erstmal ist es cool, dich gut zu finden.

00:54:19: Und dann ist es nachher cool, dich scheiße zu finden.

00:54:21: Und dann ist es aber auch egal.

00:54:23: Dann ist es so groß, da ist es egal.

00:54:25: Aber wenn du irgendwann, wenn du niemanden mehr hast oder wenn du dir selber nicht mehr hast, der sich nochmal fragt, was ist das wirklich gut, was du da machst?

00:54:33: Und dass du gar nicht mehr unsicher bist.

00:54:35: Der Teig ist das Gefühl, ich bin der geilste und dann kann ich aufhören.

00:54:39: Hättest du gerne fünfhundert Millionen Instagram-Follower?

00:54:42: Nein.

00:54:44: Ich bin auch nicht bei Instagram mehr.

00:54:47: Ich habe diese App gelöscht.

00:54:48: Ich habe mich auch nicht mehr, ich habe mich nur die App gelöscht.

00:54:50: Wenn ich jetzt die installieren will, weil ich schwach werde, kann man das ja verknüpfen mit so einem... Telefon, wo man so einen Code hingeschickt bekommt.

00:54:58: Das ist nicht mein Telefon.

00:55:00: Das ist das Telefon meiner Agentin.

00:55:02: Das heißt, wenn ich denn nachts irgendwie denke, ich werde schwach mal gucken, was die Leute von mir halten und ich installiere Instagram, kommt eine SMS von meiner Agentin, die meint, nein, nein, nein.

00:55:13: Dann merke ich, ach ja, und dann pack ich es wieder weg.

00:55:16: Das ist gut.

00:55:17: Da habe ich eine richtige Therapie für gebrochen.

00:55:20: Wann hast du, seit wann ist das so?

00:55:22: Kurz nach Corona habe ich es geschafft.

00:55:24: Und wie geht's dir?

00:55:26: Super.

00:55:26: So

00:55:26: viel besser.

00:55:27: Ja.

00:55:28: Ich krieg die ganzen Shitstorms gar nicht.

00:55:30: Ich krieg die ersten mit, wenn es wirklich darum um meine körperliche Unversehrtheit geht.

00:55:34: Und darunter, das krieg ich gar nicht mehr mit, das wird alles von mir verangehalten.

00:55:36: Das ist richtig gut.

00:55:38: Ich habe nie das Gefühl, die Leute mögen mich.

00:55:44: Ist Humor heute mutiger oder vorsichtiger als früher?

00:55:48: Weder noch, dieses früher, Leute haben, Leute sind damals für bestimmte Kunstformen nach Auschwitz transportiert worden.

00:56:00: Wenn man dann irgendwie sagt, das ist so mutig, was du heute machst, das ist nichts im Vergleich zu damals.

00:56:05: Das braucht immer noch Mut.

00:56:08: Aber man kann nicht vergleichen, was für früher mutig und heute nicht und so was.

00:56:14: Gibt es Themen, über die du nicht mehr lachen kannst?

00:56:19: Ja, nee, ja.

00:56:23: Also es gibt, nee, stimmt nicht, ich kann immer bestimmte Sachen nicht mehr lachen.

00:56:26: Es gibt, das geht nicht um Themen.

00:56:28: Jedes Thema kann man lustig behandeln.

00:56:31: Also in jedem Thema ist was Lustiges zu holen.

00:56:34: Es ist nur die Frage, wer nach dem Lustigen sucht.

00:56:38: Ich kann mir nicht Männer anhören oder ich kann mir nicht weißen Leute anhören, die dann witzige Sachen bei Ausländer finden, wo ich denke, halt, erbärme ich das scheiß Maul.

00:56:46: Aber es gibt voll viele Leute, die von dem Thema betroffen sind, die dieses Thema aber lustig behandeln können.

00:56:52: So, jedes Thema kann lustig sein.

00:56:53: Es ist nur nicht meine Position, jedes Thema zu versuchen anzugehen.

00:56:59: Lieber einmal komplett falsch verstanden werden oder immer nur halb richtig?

00:57:04: Boah, Alter, was ist denn los bei dir heute?

00:57:06: Das ist die erste Frage.

00:57:07: Muss auch überlegen, was ich nehmen will.

00:57:09: Boah,

00:57:09: das ist ja richtig.

00:57:11: Dann läuft das hier auf SchockmauerTV.

00:57:12: Ich nehm immer nur halb richtig.

00:57:14: Ja, entschuldige bitte, ich hab hier gebildet, dass Stadtpublikum hier sitzen und nicht hier schläßt sich Heulstein und Mikrofon und Niedersachsen.

00:57:21: Klar!

00:57:22: Tut gut.

00:57:24: Die können zu Hause bleiben.

00:57:26: Nehmen Sie nicht den Hamburger einen Platz weg hier, wenn Sie auf Intellektual klagen.

00:57:29: Gibt doch genug örtliche Theater bei Ihnen.

00:57:31: Sondern noch Schleswig da, denn das weiß ich nicht was.

00:57:33: So auch gut.

00:57:35: Also,

00:57:36: ich möchte

00:57:37: immer noch halb richtig verstanden werden.

00:57:41: Also, wie war das?

00:57:42: Einmal

00:57:42: komplett

00:57:43: falsch?

00:57:44: Ja.

00:57:44: Oder immer nur halb richtig?

00:57:50: Ich glaube auch einmal komplett falsch, weil dann würde ich daran, und zwar den Rest, also du meinst, wenn du meinst, so einmal richtig falsch, dann ist es vorbei, da wäre es vorbei.

00:57:58: Ja, genau.

00:57:58: Es

00:57:59: wäre auch eine Befreiung.

00:57:59: Ja, wäre auch eine Befreiung, ne?

00:58:01: Ja, doch einmal komplett falsch, dann kann ich den Rest meines Lebens tägen.

00:58:04: Ja, aber ihr habt ja auch nicht richtig zugehört.

00:58:06: und dann... Dann werde ich Zimmermann.

00:58:08: Dann nach Spanien und dann Podcast von dort aus

00:58:12: Uruguay.

00:58:13: Uruguay ist eines der besten Länder der Welt.

00:58:15: Das

00:58:15: sagen immer alle.

00:58:16: Uruguay hat ein Konsens seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

00:58:22: Auch da hat das stattgefunden, dass alle Regierungen, egal welcher Partei sie haben und wie sie koalieren, für Gesetze, die die Zukunft der Jugend und der Natur des Landes betreffen, dass man das nicht in der nächsten Legislaturperiode zurücknehmen kann.

00:58:38: Man muss sich gemeinsam darauf einigen, dass wenn man sagt Naturschutz, das ist uns wichtig.

00:58:43: Wir möchten das und das machen.

00:58:44: Das ist was ganz Besonderes, was Uruguay macht und sie fahren damit sehr gut.

00:58:48: Ein tolles Land.

00:58:49: Ich liebe

00:58:51: es.

00:58:51: Ich muss dahin und mir das angucken, weil ich suche auch noch ein Land.

00:58:56: Du bist gut, Uruguay.

00:58:57: Ja, ne?

00:58:58: Ich fahre mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal,

00:59:01: ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin

00:59:02: mal, ich bin mal,

00:59:03: ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich

00:59:04: bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich

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00:59:10: ich bin mal, ich bin

00:59:10: mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin mal, ich bin.

00:59:17: Das sind so Rassisten.

00:59:19: Ja, ja.

00:59:20: Die sind groß gewachsen und halten sich für was ganz... Also wie Italiener halt.

00:59:23: Die halten sich für was ganz Fantastisches.

00:59:25: Genau.

00:59:25: Und wegen dieses Shitstorm von links werde ich jetzt gar nichts dazu sagen.

00:59:28: Ja, das ist gut.

00:59:29: Das ist

00:59:30: gut.

00:59:30: Und dann einfach sagen...

00:59:31: Genau.

00:59:33: Ich habe gesagt, ich möchte immer nur halb richtig verstanden.

00:59:35: Das reicht mir für den Rest des Lebens vollkommen.

00:59:37: Er wollte einmal aufhören.

00:59:39: Ist Hoffnung naiv oder notwendig?

00:59:42: Beides.

00:59:43: Beides.

00:59:43: Ja, es ist mega naiv zu hoffen.

00:59:45: Aber sonst kann man es auch lassen.

00:59:52: Hast du Angst irgendwann harmlos zu werden?

00:59:55: Ist das komisch?

00:59:55: die Frage in der Situation, die wir jetzt gerade haben, aber...

00:59:59: Nee, hab ich nicht so.

00:59:59: Hatt ich mal zwischendurch, weil ich die ersten zwei Programme, oder ich wurde so witzemäßig sozialisiert als, je härter, desto besser, und dann hab ich so ein, zwei Programme gemacht, wo ich im Nachman sagen würde, was ist denn los mit dir, du traurige, kleiner Junge?

01:00:12: Also, da ging's gar nicht um.

01:00:13: Da ging's einfach nur, wenn's doll ist, ist es gut.

01:00:16: Und dann war's verletzend.

01:00:18: Und das war teilweise rassistisch, vermegasexistisch.

01:00:20: Es war einfach nur richtig dumm, was ich gesagt hab.

01:00:22: Und dann habe ich danach das damit aufgehört und das so ein bisschen anders gemacht.

01:00:25: Und dann gab es so eine große Welle von Leuten, die meinten, oh, du bist voll zahm geworden, du bist gar nicht mehr so hart.

01:00:30: Das ist so was Mainstream.

01:00:32: Und da habe ich kurz gedacht, oh nein, bin ich nicht mehr cool.

01:00:37: Und jetzt denke ich mir, nee, es ist einfach eine andere Form von Härte.

01:00:40: Also, ich muss jetzt nicht irgendwie krasse, harte Witze erzählen, sondern wenn ich irgendwie die Männlichkeit von Stefan in der zweiten Reihe mit ihm zusammen hinterfrage, das ist viel härter als so ein Witz über den Thema.

01:00:53: Die nächste Freie ist schwierig.

01:00:55: Deswegen stelle ich sie dir.

01:00:56: Die wird jetzt schwierig.

01:00:56: Ja, die ist schwierig.

01:00:59: Weil ich glaube, dass du sie beantwortest.

01:01:00: Es gibt nicht viele Menschen, die das beantworten können.

01:01:01: Aber du kannst dich glaube ich beantworten.

01:01:03: Was ist gefährlicher?

01:01:03: Zynismus oder Pathos?

01:01:05: Gefährlicher?

01:01:07: Pathos, auf jeden Fall.

01:01:11: Das spricht da ganz andere Gefühle an.

01:01:13: Also ich finde, Pathos, bei Pathos versammelst du Menschen, die traurig sind, die nur aber das Gefühl gibt.

01:01:23: Macht empfinden zu können, durch was, was gar nicht zu dir gehört, durch ein Vaterland, durch ein Glaube, durch eine bestimmte Meinung, durch ein... Und wenn du die versammelst und die gehen auf die Straße, dann brennt was.

01:01:37: Und nicht das, was nicht, dann brennt meistens nicht das, was ich auch angezündet hätte.

01:01:42: Bei Zynismus kannst du es schaffen, dass die Gegenreaktion von Leuten ist, dass sie das hören und denken, ja, aber so schlimm ist das doch nicht.

01:01:52: Das, nee, also das, nee, Leute, also das, nee, das, weißt du was?

01:01:58: Da machen wir jetzt was dagegen.

01:02:00: Das kann ja nicht sein.

01:02:01: Und das ist eher ein Gefühl, dass aus Zynismus entstehen kann, glaube ich.

01:02:05: Ich habe die Frage gestellt, weil ich von dir das wissen wollte, weil ich es selber nicht weiß.

01:02:08: Und jetzt weiß ich es.

01:02:11: Danke dafür.

01:02:13: Das mache ich im Ernst.

01:02:16: Ich konnte das nie einordnen.

01:02:18: Also für mich war mal Zynismus das Schlimmste.

01:02:20: und Patos, das ich bekomme, wissen Sie, haben Sie ja schon gehört und gesehen aus einem anderen Land und da ist Patos ein Teil, das ist einfach da.

01:02:28: Und ich beobachte das aber mehr und bin immer mehr der Meinung gewesen, dass es ganz schön, dass eigentlich viel gefährlicher und viel schlimmer als als der Zynismus, den ich davor einfach nur zu verachtenswert fand, weil ich Zynismus irgendwie so... Ja,

01:02:43: weil Zynismus ist ja auch ein Ausdruck von tiefer, tiefer Verletztheit.

01:02:47: Wenn

01:02:47: ich

01:02:48: zynisch darüber rede, wenn ich über irgendwas zynisch rede, dann ja deswegen... Weil mich das richtig doll bewegt und mich das richtig doll verletzt, dass das so ist.

01:02:57: Und weil ich keinen anderen Umgang damit finde, mache ich darüber auch noch Witze, weil ich merke, alles andere schaffe ich nicht.

01:03:03: Ich kann nicht mehr darüber traurig sein oder wütend oder enttäuscht oder ängstlich.

01:03:07: Also mache ich einen Witz, um mal irgendwie kurz Distanz zu schaffen.

01:03:10: Und das ist Zynismus.

01:03:12: Und Pathos ist ein falscher Freund, der dich in so eine Schlacht führt, die du gar nicht mehr gewinnen kannst.

01:03:21: Letzte

01:03:22: Frage.

01:03:24: Würdest du heute noch mal anfangen?

01:03:31: Ja, als bin ich auf Therapie auf den Sonntag.

01:03:36: Ob ich jetzt noch mal anfangen würde, mit allem, was ich jetzt weiß, oder würde ich jetzt noch mal, wenn ich jetzt noch mal neunzehn und habe einfach keinen Bock aufs Studium und erdeckt dann die Bühne für mich und macht keine Ausbildung und macht das dann

01:03:53: ein guter Therapeut, würde ich sagen, was denkst du denn?

01:04:03: Ich glaube, ich würde noch mal anfangen, aber mit dem Wissen von heute würde ich ganz viele Sachen anders machen.

01:04:09: Wirklich?

01:04:09: Ja.

01:04:10: Ich würde zum Beispiel nie meinen richtigen Namen verwenden.

01:04:13: Das war das dümmste, was ich hätte machen können.

01:04:16: Ich hätte auch meinen Kindern nicht meinen Nachnamen gegeben.

01:04:19: Das war einfach nur gefährlich, was ich damals nicht wusste.

01:04:22: Ich würde auch, glaube ich, ganz viel, ich würde viel früher anfangen zu versuchen, erstmal gesund zu werden und nicht acht Jahre versuchen, mich auf der Bühne heilen zu lassen.

01:04:34: Weil wenn ich sofort weiß, dass ich das hier, dass ich versuche, mir ein Gefühl von euch geben zu lassen, dass ich mir eigentlich nur selbst geben kann, nämlich Selbstwertgefühl.

01:04:44: Das heißt ja Selbstwertgefühl, nicht Fremdwerbgefühl.

01:04:47: Dann hätte ich viel früher aufhören können, darunter zu leiden und viel früher anfangen können, das zu machen, was ich eigentlich machen möchte.

01:04:53: Aber ich würde es noch mal machen.

01:04:54: Ich liebe mein Beruf.

01:04:56: Aber ich wäre gerne früher an dem Punkt gewesen, wo ich anfange, ihn auch wirklich zu lieben.

01:05:02: Und wir lieben dich.

01:05:03: Moritz Neumann, meine Damen und Herren.

01:05:06: Vielen Dank.

01:05:44: Es gibt zwei Rekorde beim Applaus.

01:05:48: Wie ist es für dich, wenn lange applaudiert wird?

01:05:50: Ich

01:05:50: kann da nicht hinhören.

01:05:51: Ich bin das auch ganz unangenehm.

01:05:55: Ich weiß gar nicht, was ich machen soll.

01:05:56: Eigentlich leben wir für diesen Applaus, aber irgendwie ist das schön, wenn der ganz kurz und heftig ist und dann gehen alle so von wegen.

01:06:08: Es empfindet sich auch

01:06:09: so.

01:06:09: Ich mach am Ende.

01:06:11: Dann sag ich, das war's.

01:06:12: Leute applaudieren, dann geh ich von der Bühne, dann geh ich nach hinten.

01:06:16: Und wenn ihr nicht aufhört zu applaudieren, dann halte ich mir die Ohren zu.

01:06:19: Weil ich sonst denke, wenn ihr nicht aufhört, dann denke ich, ich muss noch mal rauf.

01:06:22: Das kann ich auf gar keinen Fall schaffen.

01:06:25: Eine andere Person, der ist ähnlich, war Elvis Presley.

01:06:29: Wenn Sie wissen, die Leute applaudierten dann weiter.

01:06:32: Und dann kam irgendwann die Ansage, Elvis has left the building.

01:06:36: Er wird nicht zurückkommen, egal wie lange ich hier weitermacht.

01:06:38: Aber was ich sagen wollte, ich halte das immer aus und guck, was passiert.

01:06:42: Der längste Applaus bei der Ausgrafverleihung war für Charlie Chaplin, der dauerte zwölf Minuten andauern.

01:06:50: Der längste Applaus, der nachweislich auf einer Bühne gespendet wurde, war für eine Aufführung von Luciano Pavarotti in Berlin, in Berlin, mit einhundert und zwei.

01:07:01: Aufgängen und Abgängen, er dauerte eine Stunde und zehn Minuten andauern sie.

01:07:06: Das muss eine Art Kollektiv ist.

01:07:08: Wahrscheinlich war das so, als Leute gedacht haben, der Profit habe den Mond geteilt oder Jesus über das Wasser gelaufen oder so.

01:07:13: Das passiert tatsächlich.

01:07:14: Und ich habe immer gehofft, dass wir irgendwann in diesen Zustand rumkommen, dass es irgendwas Transcendent ist, wo sie lange genug applaudiert haben und nicht mehr aufhören können damit und nicht mehr wissen, was passiert.

01:07:25: Und dann fange ich die Show erst so richtig an und versuche dann zu orchestrieren.

01:07:28: Das haben wir heute nicht geschafft, das macht nichts, weil er da noch eine Veranstaltung heute.

01:07:33: Ich wünsche Ihnen und dir und den Zuhörer an draußen ganz wunderbare Feiertage.

01:07:38: Nutzen Sie bitte dieses Fest, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, egal was es ist.

01:07:43: Dafür sind diese Feste da.

01:07:44: Also wenn Sie in die Kirche gehen, machen Sie das.

01:07:46: Wenn Sie an Gott glauben, tun Sie das.

01:07:48: Wenn Sie an Warnerspaum schmücken, tun Sie das.

01:07:50: Aber denken Sie auch daran, was es alles bedeutet, nämlich, dass wir anderen Menschen helfen.

01:07:54: Und das tut sehr gut.

01:07:55: Und wenn das einmal im Jahr ist, dann ist es auch vollkommen genug.

01:07:59: Und wenn es kein Mal im Jahr ist, dann können Sie sagen, wir versuchen im nächsten Jahr nochmal.

01:08:02: Nur bitte kein Fitnessstudio-Abo dieses Jahr.

01:08:05: Und wenn nicht für Fitness First am Sterfwandsplatz, wir sind dort völlig ausgelastet mit ganz vielen Leuten.

01:08:12: Gehen Sie bitte nach Wandsberg oder nach Bamberg.

01:08:14: Oder woanders hin.

01:08:16: Ich sage hau, guten Rutsch.

01:08:18: Wollt's noch mal her.

01:08:19: Bis zum nächsten Mal.

01:08:20: Und jetzt gehen Sie mit Gott.

01:08:21: So was ist gut.

01:08:29: Das war Michelle & Friends.

01:08:31: Eine Produktion der gute Leutefabrik.

01:08:33: In Kooperation mit dem Zentralkomitee.

01:08:35: Für Aholgario.

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